Startseite Zitronenmelisse

Die Zitronenmelisse oder einfach nur Melisse oder Zitronenblatt trägt den lateinischen Namen Melissa officinalis. Das Wort Melisse bedeutet im Griechischen Honigbiene. Die Duft-, Gewürz- und Arzneipflanze betört mit ihrem fantastischen Zitronenduft. Sie gilt als Heilpflanze für körperliche und seelische Leiden. Im Jahr 1988 wurde die Pflanze auch zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. Ursprünglich stammt das Kraut aus dem östlichen Mittelmeerraum, aus Anatolien, dem Irak, dem Iran und Pakistan. Heute wird die Zitronenmelisse im gesamten Mittelmeerraum angebaut. Aber nicht nur dort. Sie hat sich inzwischen in ganz Europa verbreitet.

Die Blätter der Zitronenmelisse werden als Kraut, in Tees und auch als Aromastoff verwendet. Die Pflanze wird verwendet, um Bienen für die Honigproduktion anzuziehen. Sie wird als Zierpflanze und für ihr Öl (zur Verwendung in der Parfümerie) angebaut. Der Tee aus Zitronenmelisse, das ätherische Öl und der Extrakt werden in der traditionellen und alternativen Medizin, einschließlich der Aromatherapie, verwendet. Die Pflanze wird mindestens seit dem 16. Jahrhundert angebaut, aber es wird noch immer an der Sicherheit und Wirkung der Melisse geforscht. Schon Hildegard von Bingen kannte sie.

Blühende Zitronenmelisse – schön anzusehen, nützlich für Bienen

Auch bei uns wächst die Zitronenmelisse ganz wunderbar, wenn sie einen warmen, vollsonnigen oder eventuell halbschattigen Platz hat. Nicht nur die Menschen freuen sich über dieses Heilkraut. Die Zitronenmelisse ist, sobald sie blüht, eine Bienenweide. Bienen erzeugen einen aromatischen Melissenblütenhonig daraus. Wenn man die Blätter erntet, denn nur sie sind für diverse Rezepte zu verwenden, könnte man auch im Garten oder auf dem Balkon für die Bienen ein paar Triebe stehen lassen, damit die Zitronenmelisse zu blühen beginnt. Mit ihren weißen bis gelblichen Blüten ist der Lippenblütler eine schöne Pflanze, die dann auch Bienen und Schmetterlinge erfreut und ihnen Nahrung bringt.

Die Zitronenmelisse:

  • Nützlich für Bienen (Bienenweide)
  • Verwendung als Gewürzpflanze in der Küche (Blätter).
  • Verwendung als Arzneipflanze.

Die mehrjährige Pflanze gehört zur Familie der Lippenblütler oder Lippenblütengewächse (Lamiaceae oder Labiatae).

Anbau und Ernte der Zitronenmelisse

Die Pflanze wird entweder angesät oder durch Stecklinge vermehrt. Ab Mai kann direkt im Freien angesät werden. Samen können bis zu drei Jahren keimfähig bleiben. Ein lehmiger und nährstoffreicher Platz in voller Sonne oder eventuell im Halbschatten ist unbedingt notwendig, wenn die Zitronenmelisse gut gedeihen soll. Im ersten Jahr ist in der Zeit ab August/September Erntebeginn. Die Pflanze ist eine winterharte, mehrjährige Gewürzpflanze, die eine Höhe von ungefähr 60 Zentimetern erreichen kann. An einem guten Platz kann die Zitronenmelisse bis 25 oder sogar 30 Jahre alt werden. Im Herbst wird die Zitronenmelisse abgeschnitten und im Frühling treibt sie frisch aus. Sobald die Pflanze älter ist, kann bis zu viermal im Jahr mit einer Ernte gerechnet werden.

Sie benötigt sandige, gut durchlässige Böden und ist sonnenfreundlich. Außer in warmen Klimazonen verliert er im Winter seine Zweige und keimt zu Beginn des Frühlings wieder.

Es ist wichtig, dass die Ernte der Zitronenmelisse kurz vor der Blüte erfolgt, denn dann enthält die Pflanze die meisten Aromastoffe und Duft und Geschmack sind am intensivsten. In getrocknetem Zustand ist die Zitronenmelisse nicht mehr so aromatisch, die Heilwirkung bleibt aber in vollem Umfang erhalten.

Zitronenmelisse als Heilpflanze

Hildegard von Bingen sagte, die Zitronenmelisse „macht das Herz freudig“. Die Mönche in den Klöstern wussten, dass Melisse bei Verdauungsbeschwerden, gegen Blähungen und Völlegefühl wirksam ist. Die Melisse entspannt die Muskulatur im Darm. So entstanden schon in alter Zeit diverse Rezepte für Kräuterschnäpse. Jeder kennt „Klosterfrau Melissengeist“, der bei allen möglichen Beschwerden eingesetzt wurde und immer noch wird. Diesem hochprozentigem Kräuterschnaps (immerhin 79 Prozent) wird sie als sogenannte Klostermelisse zugesetzt.

Die Zitronenmelisse enthält zum Beispiel die ätherischen Öle Citronellal, Citral, Generial und Neral sowie neben anderen sekundären Pflanzenstoffen die Rosmarinsäure. Diese Rosmarinsäure ist in vielen Kräutern (beispielsweise Thymian, Majoran und Salbei) enthalten. Sie ist ein Gerbstoff, der Bakterien und Pilzerkrankungen abwehren kann, das heißt, sie wirkt antibakteriell, antifungizid und antiviral. Diese Inhaltsstoffe der Zitronenmelisse wirken gegen Herpes simplex, den Lippenherpes, und sie sind daher in Salben enthalten, die gegen diese unangenehme Viruserkrankung helfen.

Melisse gegen Nervosität und Ängste

Bei ängstlichen und nervösen Menschen kann die Zitronenmelisse beruhigend und Angst lösend wirken. Ein Tee aus Melisse kann eine gute Einschlafhilfe sein. Dafür kann die Melisse auch in Kombination mit anderen beruhigenden Kräutern wie Baldrian, Lavendel, Hopfen und Passionsblume angewendet werden. Diese Kräuter in einem kleinen Kissen eingenäht, haben auch eine beruhigende und Schlaf fördernde Wirkung, wenn man sie neben das Kopfkissen legt und den Duft einatmet.

Bäder mit Zitronenmelisse als Badezusatz wirken, außer gegen Nervosität, auch gegen Entzündungen der Haut. Oder man genießt damit einfach ein wohltuendes Entspannungsbad.

Extrakte, Ölauszüge und ähnliches werden in verschiedenen medizinischen Zubereitungen verwendet. Reines Melissenöl ist kaum erhältlich, da es viel zu teuer wäre.

Zitronenmelisse in der Küche

Hobbyköche lieben die Zitronenmelisse und verwenden sie zur Herstellung von Sirup, aus dem mit Mineralwasser verdünnt ein wunderbares, erfrischendes Getränk gemacht werden kann.

Die Blätter passen auch perfekt in Salate, zu Fisch und Pasta Gerichten. Auch Kompotte, Obstsalate, Limonaden und verschiedene Desserts lassen sich damit ganz einfach aromatisieren. Es entsteht dadurch ein feiner, fruchtiger und zitroniger Geschmack. Außerdem sind die kleinen hellgrünen Blättchen auch eine dekorative Beigabe bei diversen Cremen, Eis und Ähnlichem. Da sind der Fantasie der Köchin oder des Kochs keine Grenzen gesetzt. Auch in Gelees, beispielsweise aus Erdbeeren oder Rhabarber, wird die Zitronenmelisse gerne verwendet und erzeugt ein besonderes Aroma. Auch hier gilt, einfach ausprobieren.

Zitronenmelisse wird manchmal, gerade bei Cocktails, auch nur zum Dekorieren verwendet. Ein Beispiel ist der Punch Romaine, wie er beim letzten Dinner auf der Titanic serviert wurde. Rezept Punch Romaine.

Melissentee

Dieser Tee wirkt bei Magen-Darm-Problemen und beruhigend bei leichten, depressiven Verstimmungen und Schlafstörungen.

Für einen Liter Tee benötigt man zwei Handvoll frische Zitronenmelisse. Für den Tee können auch die Stängel mitverwendet werden. Die Melisse wird mit heißem Wasser überbrüht. Das Wasser soll heiß sein, aber unter 100 Grad haben. Zugedeckt muss der Tee dann 20 Minuten ziehen. Abgeseiht wird er dann nach Bedarf getrunken. Er kann auch kalt wie Eistee genossen werden.

Melissensirup

Dazu werden Zitronenmelissenblätter, diesmal besser ohne Stängel, mit Scheiben von ungespritzten Zitronen und Orangen sowie Zucker und Wasser in einem Topf zum Kochen gebracht. Nach dem Kochen schüttet man alles gemeinsam in eine Glas- oder Porzellanschüssel und lässt es drei Tage lang stehen. Die Schüssel soll mit einem Tuch abgedeckt sein, damit Luft dazu kommt. Anschließend wird alles gefiltert und wegen der besseren Haltbarkeit noch einmal aufgekocht und dann in Flaschen gefüllt. Mit Mineralwasser entsteht ein erfrischendes und gesundes Sommergetränk.

Zitronenmelissen-Pesto

Dazu werden 100 Gramm Melissenblätter, 100 Gramm Parmesan, 20 Gramm Pinienkerne, eine Prise Salz und 100 Milliliter Olivenöl püriert. Dieses Pesto zu Pasta serviert, ist eine wunderbare relativ unbekannte Variante.